Besonders bei der Sanierung denkmalgeschützter Häuser müssen verschiedenste Interessen und Ansprüche unter Dach und Fach gebracht werden: Der Denkmalpflege geht es darum, ein kulturell wertvolles Gebäude im Sinne moderner Bautechnik zu erhalten, ohne seine ästhetische und architektonische Substanz zu gefährden. Der Eigentümer prüft Vorschläge von Experten vor allem in Hinblick darauf, ob sie kostengünstig sind und lange Haltbarkeit erwarten lassen. Mieter wiederum sind vor allem an gehobenem Wohnwert und Wohnqualität interessiert. Die Berücksichtigung dieser Standpunkte ist in der Praxis eine so umfassende Aufgabe, dass die Beschreitung innovativer Wege nicht als Chance, sondern als zusätzliche Belastung begriffen wird und deshalb unterbleibt. Anders beim Dresdener Objekt Talstraße 9. In guter Zusammenarbeit von Bauherrenschaft, Architekturbüro und Wissenschaft gelang es hier, den verschiedenen Anforderungen ganzheitlich gerecht zu werden. Die Aufgabe: Sanierung eines typischen Gründerzeit-Hauses, dessen repräsentativ gestaltete Straßenfassade unter Denkmalschutz steht. Bei allen üblichen Verschleisserscheinungen erwies sich die Bausubstanz als gesund - dank guter Materialien, Naturstein und Sichtziegelmauerwerk. Die Auflage des Denkmalschutzes bestand in der möglichst originalen und dabei möglichst effizienten Wiederherstellung der Straßenfassade. Konzept für die Umsetzung und der Grund für die wissenschaftliche Begleitung durch das Dresdener Institut für Klimatechnik: Innendämmung mit der Getifix Klimaplatte. Im Falle der schmucklosen Hof-Fassade entschied man sich für ein vorgehängtes hinterlüftetes System mit Dämmplatten und separaten Putzträgerplatten aus Kalzium-Silikat. Für die wissenschaftliche Auswertung der bauphysikalischen Ergebnisse wurden zahlreiche Steuerleitungen zum zentralen Messraum und Sonden im Rohbau verlegt. Die Ergebnisse belegen, dass die Klimaplatte gute Dämmwerte erreicht, ohne die Nachteile bisheriger Innendämmungsmaßnahmen mitzubringen. Auch der beauftragte Architekt attestiert der Klimaplatte, eine diffusionsfähige Oberflächengestaltung vorausgesetzt, einen sicheren Platz in der Reihe bewährter Baustandards.